Zeitgeschichte bewahren und durch Erinnerungen Historie erlebbar machen
So erinnerte sich eine Frau, die ihre Jugend im Kriegs- und Nachkriegsberlin verbracht hat, bei einem Spaziergang durch ihren damaligen Kiez in Berlin u.a. an die folgende Begebenheit: „Als ich im April 1945 in der Bornstraße in der Apotheke gearbeitet habe, kam eines Tages eine Schulfreundin vorbei. Ich bin aus der Apotheke raus zu ihr, um zu fragen, was los sei, denn sie heulte furchtbar. Sie schluchzte, dass ihr Vater gestorben sei. Den hatte sie, in Packpapier eingeschlagen, auf dem Bollerwagen. Nun war sie seit Stunden unterwegs, um einen Friedhof zu finden, wo man ihn begraben lassen konnte, aber sie fand keinen.“
Wir beschlossen, diese Zeit in ihrem Leben festzuhalten. Uns wurde klar, dass solche Erlebnisse für nachfolgende Generationen veranschaulichen, was Kriegsfolgen wie „Zusammenbruch einer Ordnung“ oder „Stunde Null“ für den Alltag von Menschen bedeuten können.
Das Bewahren der Erinnerungen aus Kriegs- und Nachkriegszeit für seine Kinder und Enkelkinder war auch für Enno B. ein starker Antrieb für sein Buch mit dem Titel: „Eine Jugend in Uniform – Erinnerungen an die Jahre 1931 bis 1946“. Sein Wunsch war, dass seine Kinder und Enkel das Handeln des Großvaters vor dem Hintergrund des von ihm Erlebten besser verstehen.